Geschichte

Die Entwicklung des Feuerwehrlöschwesens und der Feuerwehr der Stadt Sömmerda


In den früheren Jahrhunderten kannten die Bürger der Stadt bei ausbrechenden Bränden nur die Selbsthilfe und die Hilfsbereitschaft der Nachbarn und Mitbürger. In alten Urkunden, Stadtrechten und Statuen des 13. und 14. Jahrhundert findet man die ersten Bestimmungen darüber, wie die Bürgerschaft sich bei einem ausbrechenden Feuer zu verhalten hat. Allein die guten Eigenschaften genügten nicht, um mit den zur Verfügung stehenden primitiven Gerätschaften einen Brand wirksam zu bekämpfen. Die Baumaterialien der Häuser bestanden ausschließlich aus Holz, Lehm, Stroh. So ist es nicht verwunderlich, dass in früheren Jahrhunderten ausgebrochene Brände, wie zum Beispiel in den Jahren 1737, 1762, 1788 und 1805, ganze Straßenzüge und Stadtteile dem Feuer zum Opfer fielen. Zur Brandbekämpfung standen nur Feuerleitern, Feuerhaken und Feuereimer zur Verfügung. Die Leitern wurden an die Häuser gestellt, die Bürger bildeten Ketten von den WassersteIlen der Unstrut, die dem Brand am nächsten lagen, bzw. auch von vorhandenen Brunnen bis zur Brandstelle. Durch die Bürgerketten gingen die wassergefüllten Eimer von Hand zu Hand, um endlich von der Leiter aus in das Feuer entleert zu werden. Sämtliche Bauhandwerker mussten sich mit Werkzeug zur Hilfe an der Brandstelle einfinden. Vielfach blieb nur der Versuch, durch Abbruch der nächstliegenden Gebäude das Feuer einzudämmen. Jeder Haushalt war verpflichtet, eine Leiter und Wassereimer zu halten. Weiterhin stellte der Magistrat Ledereimer, gefirnisste Stroheimer, Feuerhaken und Leitern zur Verfügung, die an bestimmten Stellen in der Stadt deponiert wurden. In einer alten Urkunde aus dem Jahre 1758 (Stadtarchiv ist zu lesen: ,,4 redliche Männer, aus jedem 5 Stadtviertel einer, werden zu Feuermeistern bestimmt, die darauf zu achten haben, dass die ledernen Feuereimer, Feuerhaken und Leitern an den Orten lagern, dahin sie vom Rat gebracht waren und zu keinem anderen Zwecke benutzt werden." Wer gegen diese Anordnungen verstieß, verlor sein Bürgerrecht und wurde aus der Stadt verwiesen. In einer anderen Urkunde (gleiche Quelle) ist zu lesen: ,,1686 beschaffte der Rat der Stadt eine Wasserkunst, die erste Handspritze der Stadt. Große erfolge brachte aber die erste Handspritze nicht, da dieselbe erst rnit Wasser gefüllt werden musste (Eimerkette von Hand zu Hand), es war eine Druckspritze ohne Windkessel und Saugeinrichtung, mit der man das Wasser auf die brennenden Gebäude brachte." Die Feuerwachen wurden von den eingesetzten Nachtwächtern übernommen, die durch Hornblasen den Ausbruch eines Feuers meldeten. Außerdem war auf dem Kirchturm Bonifacius ein Turmwächter eingesetzt. Diese sind, wie in vielen Thüringer Kleinstädten, so auch in Sömmerda von den Stadtpfeifen (Stadtmusikus) gestellt worden. Eine erste Aufzeichnung hierüber, von "den pfiffen uff dem Torm" findet man in alten Erfurter Stadtakten von 1589. In den Sömmerdaer Chroniken ist verzeichnet: ,,1723 am 23. Februar wurde wieder ein Türmer auf dem Bonifacius - Turm erstellt. Wegen des Kriegswesens in den vergangenen Jahren konnten die Kosten für einen Turmwächter nicht aufgebracht werden."


Seit 1772 wird der Turm von der Stadtmusikerfamilie Buchbinder mit ihren Schülern bewohnt, die gleichzeitig das Amt eines Türmers mit inne hatten. In den alten Bestallungsurkunden für die Stadtpfeifer und Türmer heißt es unter anderen: "Der Hausmann oder Türmer hat zur Sicherung der Wohnungen in der Stadt auf besagtem Turm sowohl am Tage als auch bei Nacht richtige pünktliche Wache zu halten. Am Tage nach dem Stundenschlag und nachts nach jeder Viertelstunde mit dem "kleinen Horn" das Sicherheitssignal zu geben. Beim Ausbruch eines Feuers in der Stadt muss der Hausmann sofort ununterbrochen mit einzelnen Schlägen auf die "große Glocke" das Sturmzeichen geben und solange fortfahren, bis das Feuer gedämpft ist. Die Familie Buchbinder hatte das Amt als Türmer bis zum 2. Oktober 1913 inne. Danach war der Schneider Franz Bode bis zum Jahre 1929 als Turmwächter tätig und hat die Feuerwache ausgeführt. Der Turmwächter Franz Bode war der Vater des ersten Bürgermeisters unserer Stadt nach 1945. Die Entwicklung des Feuerlöschwesens ging in Sömmerda nur langsam voran. Die Stadt tat nicht viel. Immer musste erst durch verheerende Brände die Stadtverwaltung und die Bürger aufgerüttelt werden. Es ist bezeichnend, dass die meisten erlassenen Feuerordnungen stets mit großen Bränden in Verbindung stehen. So wurden nach den großen Bränden von 1805 bei dem Wiederaufbau der abgebrannten Stadtteile Verordnungen erlassen, wonach zwischen den Häusern von einem Straßenzug zum anderen als Querverbindung Feuergassen angelegt werden mussten, um mehr Wege zu den Wasserstellen zu erreichen, an den Strassen wurden die Feuergassen neben den Gebäuden mit Türen verschlossen. Einen großen Fortschritt in der Entwicklungsgeschichte des Feuerlöschwesens machten dann die Erfindung der Schläuche und Wasserzubringer und die Verbesserung der Feuerspritzen. 1673 wurden durch die Holländischen Gebr. Jahn van der Heide lederne Schläuche hergestellt. Der erste Windkessel an einer Feuerspritze soll von einem Mechaniker Leopold aus Planitz bei Zwickau angebracht worden sein. Eine große Klage aber immer wieder darüber geführt, dass bei den Bränden eine geregelte Tätigkeit nicht zu erreichen war. Durch polizeiliche Verordnungen wurden nun die Bürger für die Hilfeleistung verpflichtet und in Gruppen eingeteilt. Alle arbeitsfähigen Bürger der Stadt waren verpflichtet, zur Hilfeleistung herbei zu eilen, wenn Feueralarm ertönt. Die Jenigen die dieser Pflicht nicht nachkamen, wurden mit Geld oder im Unvermögensfalle mit Gefängnis bestraft. Die Bürger waren von der Ortspolizei in Gruppen eingeteilt. Die erste Abteilung hatte den Dienst bei den Spritzern. Die zweite Abteilung war zur Rettung der Personen, des Viehs und der Sachen bestimmt. Die dritte "zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit" sie sollte in den Strassen patrouillieren, Diebstähle verhindern, das Ansetzen von Flugfeuer verhüten, die in den Strassen herumstehenden Menschen an die Löscharbeit zu führen. Arbeitsunfähige Personen hatten sie von der Brandstätte und den Strassen zu entfernen, die Reihen der Wasserträger zu ordnen, bei nächtlichen Bränden die Bürger anzuhalten, Licht ans Fenster zu stellen und dergleichen mehr. Die Sammelplätze für die einzelnen Abteilungen waren genau bestimmt. Die oberste Leitung der Löscharbeiten lag in den Händen des "Ersten Ortspolizeibeamten". An der Spitze der Abteilungen standen Stadträte und Stadtverordnete. Zur Führung waren geeignete Bürger bestimmt. Auch der 1830 gegründete Kriegerverein stand ebenfalls mit seinen Mitgliedern im Dienste der Stadt, da er bei vorkommenden Bränden mit der Absperrung und Beaufsichtigung des Brandplatzes sowie zur Mithilfe bei der Brandbekämpfung nach Anweisung der Brandmeister betraut wurde. 1859 wird die erste Wasserleitung vom Rannstedter Brunnen nach Sömmerda verlegt.


Dadurch wurden auch zusätzliche Löschwasserentnahmestellen geschaffen. Aber diese nun schon organisierte "Pflichtfeuerwehr" hatte trotz der Strafbestimmungen und obwohl sie von den Polizeibehörden organisiert war große Schwächen und Mängel. Es fehlt der Eifer, den Freiwilligkeit gibt. Vor allen Dingen fehlte es an den richtigen Schulungen und im Ernstfall am echten Zusammenarbeiten zwischen Führer und Mannschaft. Der am 14. Juni 1864 gegründete "Turmverein" versuchte diese Übelstände abzustellen und gründete eine "Turner-Wehr", die unter fachkundiger Leitung Schulungen und Übungen abhielt. Aus dieser Turner-Wehr, die auf freiwilliger Basis aufgebaut war, entwickelte sich dann die "Freiwillige Feuerwehr". Der damalige Bürgermeister Martin war es, der alle Widerstände beseitigte und die Freiwillige Feuerwehr Sömmerda ins Leben rief. Die Gründung Freiwilligen Feuerwehr Sömmerda -15. 06.1869 1869 wurde die Freiwillige Feuerwehr Sömmerda gegründet, das Spritzenhaus in der Neuen Straße (heute Adolf-BarthStraße zwischen Wassermühle und alten Blauen Affe) errichtet, das zur Aufnahme der Gerätschaften diente. Die Ausbildung der Feuerweherangehörigen erfolgte nun systematisch in Schulungen theoretisch und am Gerät.


Feuerlöschübungen wurden durchgeführt und neue Geräte erprobt. 1875 bereits verfügte die Freiwillige und Pflichtfeuerwehr, welche bis zur Einführung der Motorspritze als Druckmannschaft bestehen bleiben mussten über nachstehende Geräte:


3 Schlauchspritzen , 1 Wasserzubringer mit 470 m Hanfschläuchen mit Normalgewinde, 1 gewöhnliche Druckspritze, 2 Schlauchkarren, 10 Feuerleitern, 10 Hakenleitern, 76 Blecheimer, 15 gefirnisste Stroheimer, 2 Taue und 1 Anker.


Der Freiwilligen Feuerwehr steht 1898 als Branddirektor Hauptmann a.D. G. Koch vor.


1. Feuerkommissar Ratmann Barth


2. Feuerkommissar Kaufmann Cahlyss


Die Feuerwehr ist von dem Branddirektor organisiert und nach Berliner Muster eingerichtet. 1898 lässt der Fabrikbesitzer Kronbiegel-Collenbusch die Wasserleitung von Rohrborn nach Sömmerda verlegen, wodurch der Feuerwehr auch weitere Löschwasserstellen erschlossen werden. Beim Ausbau der städtischen Wasserleitung für Sömmerda wurden in den Straßenzügen zur Löschwasserentnahme für die Feuerwehr Hydranten mit eingebaut. Auch das Meldewesen wird durch die Einrichtung von FeuermeldesteIlen erweitert. So bestehen 1906 11 Feuermeldestellen in der Stadt Sömmerda. 1925 wird zur besseren und schnelleren Alarmierung der Feuerwehr auf dem Bonifacius Kirchturm eine elektrische 3 PS Alarmsirene aufgebaut. Das Feuerlöschwesen der Stadt hat jetzt schon gute Fortschritte zu verzeichnen. So lesen wir in einem Bericht vom Januar 1926 "über die Organisation der Freiwilligen- und Pflichtfeuerwehr der Stadt Sömmerda": Die Freiwillige Feuerwehr besteht zurzeit aus dem Branddirektor Otto Weise sen., dessen Stellvertreter, Stadtbaumeister Lepper, dem Brandmeister Albert Stollberg, 3 Oberfeuerwehrmännern Katzera, Arno Boog, Fr. Keil, einem Spritzenmeister Karl Weise, einem stellvertretenden Spritzenmeister Protz und 22 Mannschaften. Zur Pflichtfeuerwehr gehören 112 Mann, zum Rettungs- und Ordnungszug 30 Mann. Die Ausrüstungsgegenstände sind in besonderer Liste geführt, welche die Polizeiverwaltung in den Händen hat. Der Feueralarm erfolgt durch die Feuersirene vom Kirchturm aus. Die Mannschaften sind angewiesen, soweit sie nicht in unmittelbarer Nähe des Brandherdes wohnen, sofort das Gerätehaus aufzusuchen und die Geräte an den Brandherd zu bringen. Die Pflichtmannschaften, die durch Armbinden erkenntlich sind, haben ihre Druckspritze unter Anweisung des Spritzenmeisters bzw. dessen Stellvertreter an den Brandherd zu schaffen und die Bedienung der Druckspritze zu übernehmen. Der Rettungs- und Ordnungszug ist gleichfalls durch Armbinden erkenntlich und hat die Rettungsarbeiten an der Brandstelle zu übernehmen, währenddessen der Ordnungszug nach Anweisung der Polizei die Absperrung und die Überwachung der vom Rettungszug geretteten Werte, wie Vieh, Mobiliar und Geräte, vorzunehmen hat. Erstes Feuerwehrgerätehaus in der Neuen Straße (heute Adolf-Barth-Straße zwischen Wassermühle und Blauen Affe). Im Hintergrund der Brand der Gaststätte "Zur Erholung". Bei ausbrechendem Feuer auf dem Gartenberg stellt die erste Löschhilfe ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, Wehrhold. Gleichzeitig besitzt der stellv. Spritzmeister Protz zur ersten Hilfeleistung in der Oberstadt einen Hydrantenschlüssel, 20m Schlauch und ein Strahlrohr. Bei Überlandfeuer ist die Löschhilfe bei dem Polizeiverwalter, dem Branddirektor oder dessen Stellvertreter zu erbitten, die dann den Alarm anordnen und den Spritzenmeister Protz die Anweisung geben, zum Brandherd abzurücken. Auf Anforderung stellten wir Löschhilfe für nachstehende Gemeinde: Rohrborn, Schallenburg, Scherndorf, Tunzenhausen, Wenigensömmern und Wundersleben. Die Kosten für die Pferdebespannung trägt die Löschhilfe fordernde Gemeinde. Die Versicherungsgesellschaften haben die Kosten wieder zu ersetzen. Die Wehrleute sind gegen Unfälle, gegen Personen- und Sachschäden in ausreichender Höhe versichert. Bei eintretendem Großfeuer steht die Werksfeuerwehr der Rheinmetall auf Abruf zur Verfügung. Sämtliche Mannschaften, auch die Werksfeuerwehr, unterstehen dem Polizeiverwalter und auf der Brandstelle dem Branddirektor bzw. dessen Stellvertreter. Deren Anordnung ist unter allen Umständen folge zu leisten. In einem weiteren Schriftwechsel mit dem Magistrat wird festgestellt: Damit die Sömmerdaer Feuerwehr nicht unnütz ausrückt und sich ihres eigenen Feuerschutzes beraubt wird als selbstverständlich voraussetzt, dass die Anforderungen nur bei Großfeuer erfolgt. Großfeuer Anger - Querstraße - Mittelstraße. "Alarm-Übung" anlässlich der ,,60jährigen Jubelfeier" der Freiwilligen Feuerwehr Sömmerda am 15. und 16. Juni 1929. Wie das Foto zeigt, war noch Ende der 30er Jahre der Einsatz von Pferdebespannung zur Brandbekämpfung durchaus üblich. Wie beim Überlandfeuer die Alarmsirene zu betätigen ist war strittig. Um Verwechslungen im Alarm auszuschließen und außerdem nicht die ganze Stadt durch den Alarm der Sirene in Aufregung zu bringen, soll der Überlandalarm wie früher durch Hornsignale vom Turm und durch Polizeibeamte gegeben werden. Zur Orientierung des Nachts muss durch Aushängen einer Laterne und am Tage durch Aushängen einer Fahne vom Turm die Richtung des Brandherdes angezeigt werden. Dem Turmwächter Bode sind die nötigen Anweisungen zu geben. Durch einen Sprechtrichter verständigt der Turmwächter die herbeieilenden Löschhelfer über den genauen Ort des Brandes. Durch die Vervollständigung der Feuerwehrausrüstungen erwies sich das alte Gerätehaus in der Adolf-Barth-Straße als zu klein und der alte Schäfereihof am Stadtring (Gelände des heutigen Gerätehauses) wurde als Feuerwache eingerichtet, wo auch ein Steigerturm aus Holz mit Schlauchtrocknung gebaut wurde. Einsatzbereite Feuerlöschpolizei 1936 Dass eine Stadt wie Sömmerda mit ihren großen volkswirtschaftlich bedeutsamen Werken auch auf dem Gebiete der Schadenverhütung vorbildlich geschulte und einsatzbereite. Männer und Frauen haben muss, ist eine Selbstverständlichkeit, sichern doch all diese Männer und Frauen heute im Ernstfall wertvolles Volksgut und Leben. Eine straff unter der Leitung von Wehrführer Lepper organisierte Feuerlöschpolizei gab des älteren schon Proben ihrer Einsatzbereitschaft. Bürgermeister Martini war es im Jahr 1869, der aus der alten Turnerfeuerwehr eine Freiwillige Feuerwehr organisierte, die seit 1933 von Stadtbaumeister Lepper geführt wird. Unter seiner Leitung erhielt vor allem nach dem Erlass des Gesetzes über das Feuerlöschwesen vom 15. Dezember 1933 in einsichtsvoller Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung die Feuerwehr die technisch hochstehende Ausbildung und Ausrüstung, die heute ihre Schlagkraft ausmacht. Die Wehr besteht zurzeit aus fünf Löschzügen, einschließlich der Löschzüge der Rheinmetall-Borsig AG" und "Selkado"; ihr Mannschaftsbestand weist heute eine Stärke von rund 180 Köpfen auf. Die Wehr verfügt über insgesamt vier Automobil-Großangriffsgeräte, darunter über einen kombinierten Mannschaftswagen mit Motorspritze, fünf ausziehbare mechanische Leitern von 14 bis 26 Meter Steighöhe, sieben Motorspritzen und rund 6000 Meter Schlauchleitung; dazu kommen die entsprechenden Sauerstoffgeräte, Schaumlöschgeneratoren, Gasmasken und Geräte besonderer Art. Ursprünglich befand sich das Gerätehaus der Feuerwehr in der Adolf-Barth-Straße, das aber vollkommen unzureichend war.


1934/35 wurde dann das allen neuzeitlichen Anforderungen entsprechende neue Gerätehaus am Stadtring erbaut, das zugleich auch Schulungsräume, Schlauchwäsche mit Trockenanlage und Steigeturm enthält. Das neue Feuerlöschpolizei-Gerätehaus. Erbaut in den Jahren 1934/35 - es entsprach allen neuzeitlichen Anforderungen. So entwickelte sich die Feuerwehr Sömmerda langsam aber stetig. Der Krieg selber und die Nachkriegszeit brachten keine außergewöhnliche Entwicklung im Brandschutz hervor. Der Platz für eine neue Fahrzeuggeneration reichte nicht mehr aus.


Daher wurde 1968 unter der Anleitung des damaligen Wehrführers Helmut Besser im Hof an den Wohngebäudekomplex eine weitere Halle mit zwei Stellplätzen angebaut. Damals wurden die ganzen Bauarbeiten von den Kameraden in gemeinschaftlicher Feierabendtätigkeit sowie an den Wochenenden ausgeführt. Mit unermüdlichem Fleiß - die Kameraden der FF. Nach altem Brauch - Richtfest. Das Löschwesen in Sömmerda entwickelte sich immer zeitgemäß. Große Neuerungen allerdings kamen immer erst, als bei Stadträten das Feuer seine Macht zeigte und geforderte Mittel wurden erst danach bereitgestellt. In den 60er bis 80er Jahren erarbeitete sich die Sömmerdaer Wehr einen guten Stand nicht nur auf regionaler Ebene.


So wurde sie 1963 bei den DDR-Meisterschaften beste Mannschaft in der Disziplin Gruppenübung. Die Technik war einem guten Stand den damaligen Zeiten angepasst. Nach der Wende dann kamen neue Aufgaben auf die Feuerwehr zu. Schwere Verkehrsunfälle und andere technische Hilfeleistungen waren jetzt an der Tagesordnung. Nur mühevoll entwickelte sich der Technikbestand dem Aufgabengebiet mit. Notwendige Gelder fehlten, einfach und wichtige Entscheidungen durch Stadträte zur Neubeschaffung ließen lange auf sich warten.


 1994 dann wurde eine neue Drehleiter angeschafft und erst Ende der 90er Jahre wurden die Weichen für eine moderne und vor allen Dingen dem entsprechenden Aufgabengebiet angepasste Feuerwehr gestellt, und so kann heute beruhigt jeder Bürger sich auf den Brandschutz der Stadt Sömmerda verlassen.


Als Mitbegründer sind bekannt: Koch, Barth, Hermies, Brünner, Böhme, Eckardt, Flinzberg, Pfund heller, Hausmann, Hedrich, Huke, Kersten, Kessler, Martine, Reif, Gottgetreu Rausch, Oskar Rausch und Springer.


Erster Wehrführer war: Hauptmann a.D. Georg Koch Wehrführer von 1869 -1 896


Wehrführer bzw. Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Sömmerda:


von 1896 bis 1918 Ratmann Adolf Barth


von 1918 bis 1920 Kaufmann Gustel Schmidt


von 1920 bis 1932 Klempnermeister Otto Weise


von 1932 bis 1934 Branddirektor Ernst Katzera


von 1934 bis 1948 Stadbaumeister Emil Lepper


von 1948 bis 1949 Oberbrandmeister Kurt Katzera


von 1949 bis 1953 Oberbrandmeister Otto Marr


von 1953 bis 1955 Oberbrandmeister Werner Bursch


von 1955 bis 1956 Oberbrandmeister Gottfried Schmeling


von 1956 bis 1974 Oberbrandmeister Helmut Besser


von 1974 bis 1997 Hauptbrandinsp. Fritz Vollrath


von 1997 bis 1998 Hauptbrandmeister Gerhard Siebrand


von 1998 bis 1999 Hauptbrandmeister Joachim Schindler


ab 1999 Hauptbrandmeister Peter Schmidt